Diese Website verwendet Cookies.
Skip to main content
Helmut Scholz, MdEP (DIE LINKE); Dr. Wolfgang Weiß, MdL MV (DIE LINKE); Heidrun Bluhm-Förster, MdB; Dr. Martin Piehl (Hauptgeschäftsführer Bauernverband M-V) (v. li. nach re.)

Zukunft der Landwirtschaft betrifft uns alle

Gesprächsrunde zu EU-Förderung, bezahlbaren Lebensmitteln, Umwelt- und Naturschutz -

 

Schwerin, den 25. Februar 2020 - Darüber waren sich die Beteiligten an der Gesprächsrunde im Schweriner Landtag, zu der ich Helmut Scholz, MdEP, Dr. Martin Piehl, Hauptgeschäftsführer des Bauernverbandes Mecklenburg- Vorpommern, sowie Dr. Wolfgang Weiß, MdL eingeladen hatte, einig.

 

Sehr schnell war klar, wir haben alle ein gemeinsames und vielschichtiges Problem: Die Landwirtschaft versorgt zuverlässig die Bevölkerung mit hochwertigen Lebensmitteln, muss selbst ständig um ihre Existenz ringen, und sie soll einen wachsenden Beitrag zum Umwelt- und Naturschutz leisten.

Nach Einschätzung des Bauernverbandes  M-V begeht die Bundes- und EU- Politik den strategischen Fehler, immer nur einen Aspekt dieses Dreiklangs im Auge zu haben und je nach Richtung des größten politischen Drucks über Fördermaßnahmen, Verteilung und Gesetzgebung zu entscheiden. Das bringt nicht nur massenhaft bäuerliche Existenzen in Gefahr, sondern auch die Versorgungssicherheit der Bevölkerung mit einheimischen Nahrungsmitteln und die Einhaltung von Natur- und Tierschutzstandards in Europa.

Dabei wollen die Landwirte in Deutschland nicht Problemverursacher, sondern Problemlöser sein. Sie brauchen dazu aber eine langfristig zuverlässige Förderpolitik der EU und dazu bundeseinheitliche Regelungen. Die sollen einerseits die Differenziertheit der bäuerlichen Betriebe berücksichtigen und andererseits die Widersprüche des bisherigen Zweisäulen Fördermodells aufheben und um eine dritte Säule, nämlich die soziale Absicherung der Landwirte sowie die sozialverträgliche Preisgestaltung von Nahrungsgütern ergänzen.

Diese Einheit von sozialen, ökologischen und ökonomischen Zielen war schon immer der Ansatz und der Anspruch linker Agrarpolitik. Insofern waren sich alle Gesprächsteilnehmer einig.

Die Landwirte und Landwirtinnen, so Dr. Piehl, brauchen dringend politische Unterstützung, haben aber die Erfahrung gemacht, dass selbst die besten politischen Vorschläge „verbrannt“ werden, wenn sie von links kommen.

Was für ein verheerendes Schlaglicht auf unsere politische Kultur!